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Von Wegen

Überlegungen zur freien Stadt der Zukunft, Nautilus Flugschrift

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783894018252
Sprache: Deutsch
Umfang: 156 S.
Format (T/L/B): 1.4 x 21 x 12.6 cm
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Nach dem Erfolg von 'Gentrifidingsbums' das neue Standardwerk zur Debatte! Ja, Sie lesen richtig: Es gibt eine Alternative zum urbanen Kapitalismus, die mit Mietenwahnsinn, prekären Dienstleistungen und Gated Communities brechen kann. Experimente dazu laufen allerorten. Der Weg zu dieser Utopie erfordert List und Entschlossenheit. Aber das Ziel lohnt: die freie Stadt der Zukunft, der Ort, an dem die Menschen gemeinsam ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen. Die Zukunft des Kapitalismus entscheidet sich in der Stadt. Seit dem Crash von 2008 rennen immer mehr Menschen gegen die Zumutungen einer Stadt als Anlageobjekt an, die die urbanen Räume vollends in Profit- und Sicherheitsmaschinen verwandeln. Sie fordern: 'Recht auf Stadt' für alle. Gegen das 'Gentrifidingsbums' setzen sie Versammlungen, Wiederinbesitznahme öffentlicher Räume, echte Beteiligung an der Gestaltung der Städte. Die Umrisse einer anderen Stadt zeichnen sich bereits ab. Niels Boeing, selbst Aktivist in den urbanen Auseinandersetzungen, beschreibt die Spielräume und gibt ihnen eine kluge und durchdachte Grundlage. Aus dem Inhalt: Recht auf Stadt / Selbstverwaltung / Staat und Herrschaft / Wohnen / Produktion / Nachhaltigkeit / Kommen und Bleiben / Gemeinschaft und Gesellschaft / Spielräume und Kampfzonen / Die freie Stadt der Zukunft

Autorenportrait

Niels Boeing, 48, Mitglied des Aktionsbetriebs LOMU - local organized multitude, aktiv im Hamburger Netzwerk 'Recht auf Stadt', Reisender und Journalist u.a. für Die Zeit, Freitag, Technology Review. Zuletzt erschien von ihm 2011 bei Edition Nautilus Alles auf null. Gebrauchsanweisung für die Wirklichkeit.

Leseprobe

Ich gehe durch eine enge Straße, eine übel kalte Nacht ist angebrochen, aber ich friere nicht. Ein weißer LKW hält auf der Fahrbahn neben mir, der Fahrer kurbelt die Scheibe runter und fragt, ob ich einsteigen will. Hinten kommt Bewegung in die LKW-Plane, dann sehe ich ein vertrautes Gesicht, das mich heranwinkt. In zwei Sekunden bin ich auf der Pritsche und zwänge mich ins vollgepackte Innere, zwischen Lautsprecher, Anlage, Generator und fünfzehn Menschen, die mir verhalten zulächeln. Das trübe gelbe Licht des Innenraums ist von einer dumpfen Anspannung erfüllt, in die sich schwarzer Humor mischt, denn die Lage könnte beschissener nicht sein. Keine Ruhe ringsum. Polizeisirenen tönen unaufhörlich von allen Seiten durch die Planen herein. Links könnt ihr nicht abbiegen, sage ich, da ist eine Polizeisperre, zwei andere geben dies durch die kleine Luke in die Fahrerkabine weiter. Der Wagen fährt wieder an, direkt in die Einbahnstraße rein. Der einzige Weg raus.