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Meine Mutter, mein Vater, Hitler und ich

Lebenswege einer Familie im Dritten Reich, dargestellt anhand von Briefen und Tagebüchern

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783520620019
Sprache: Deutsch
Umfang: 398 S., 13 Illustr.
Format (T/L/B): 2.4 x 19 x 12 cm
Auflage: 1. Auflage 2018
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Zwei junge Menschen im Deutschland der 30er Jahre, beides Intellektuelle, er Geisteswissenschaftler, sie Künstlerin, Schriftstellerin mit dem Gefühl einer Mission, beide im geistigen Widerstand gegen einen Nationalsozialismus, der den Geist abtöte - und beide erliegen urplötzlich der Faszination Adolf Hitlers. Warum? Aus ihren Briefen, Tagebüchern, schriftstellerischen Versuchen und den eigenen Erinnerungen hat die Tochter dieser beiden ein fesselndes Porträt, beinahe einen Roman, zusammengestellt - nicht zuletzt ein erschütterndes Zeugnis der eigenen Traumatisierung des >Hitlerkindes< Dagmar Kötscher.

Autorenportrait

Dr. Dagmar Kötscher, geb. 1939 in Berlin, studierte Medizin u.a. in Freiburg und München. 1976 zog sie ins Appenzellerland und praktizierte als Oberärztin für Psychiatrie und Psychotherapie in Herisau, 1986 wurde sie Schweizer Bürgerin. Von 1989 bis 2005 arbeitete Dagmar Kötscher in freier Praxis in Heiden/Ostschweiz.

Leseprobe

Meine Stellung zu Hitler ist innerlich unverändert. Ich halte ihn weder für sehr tief noch für politisch begabt. Er gibt es auch selbst zu, daß er von Wirtschaft etc. nichts verstünde. Aber er hat geschrien, war besessen, hat sich einkerkern lassen, hat wieder geredet, bekam Redeverbot, hat wieder geredet. Und heute stehen 13 Millionen hinter ihm. Es ist auch gleich, was der einzelne erwartet, wieviel betrogene Hoffnungen da sind, jetzt glauben sie alle, sind glücklich (wenn auch oft blind). Aber sie sind ein fester Körper, der gelenkt werden kann, mit dem sich Ziele erreichen lassen. Du weißt, daß ich immer an eine göttliche Macht glaubte, die hinter allem Geschehen steht. Heinz Kötscher an Ursula Bark, 17. März 1933