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Kinder verstehen

Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783466308248
Sprache: Deutsch
Umfang: 512 S., Durchgehend vierfarbig, mit zahlreichen Fo
Format (T/L/B): 3.8 x 22 x 15.5 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

Wie Kinder sich entwickeln - die (R)Evolution im Kinderzimmer Hinter vielen typischen Familienschwierigkeiten stecken keine Erziehungsfehler. Vielmehr passt das evolutionäre Gepäck, mit dem Kinder auf die Welt kommen, nicht mehr zu den veränderten Lebensbedingungen unserer modernen Welt. Mit einem neuen Verständnis für kindliche Entwicklung können wir Wege finden, um den Bedürfnissen von Eltern UND Kindern gerecht zu werden.In der Erziehung blicken Eltern in die Zukunft. Sie wollen ihren Kindern ja einen Weg weisen. Dabei vergessen sie leicht die Vergangenheit. Kinder treten aber mit einer Geschichte ins Leben - mit einer von der Evolution geschriebenen Geschichte. Wenn wir diese Geschichte kennen, können wir unsere Kinder besser verstehen. Denn Kinder entwickeln sich so, wie sie sich entwickeln, weil es einmal gut für ihr Überleben war. Ihr Verhalten war eine Stärke, kein Defekt. Hätten Kleinkinder früherer Jahrhunderte auf der Wiese wahllos grüne Blätter in den Mund gesteckt, hätten sie nicht lange überlebt. Kein Wunder, dass Kinder auch heute noch Gemüse skeptisch beäugen! Und dass kleine Kinder nicht gerne alleine einschlafen, war früher eine Art Lebensversicherung: Wer gerne alleine im Wald geschlafen hätte, wäre bald schon tot gewesen. Das Buch Kinder verstehen betrachtet die Entwicklung der Kinder konsequent aus evolutionsbiologischer Sicht. Denn wer den "Sinn" hinter dem kindlichen Verhalten versteht, wird ihre Entwicklung auch heute gelassener begleiten können.

Autorenportrait

Dr. med. Herbert Renz-Polster ist Kinderarzt und assoziierter Wissenschaftler am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg. Er gilt als eine der profiliertesten Stimmen in Fragen der kindlichen Entwicklung. Seine Werke »Menschenkinder«, »Kinder verstehen« und »Wie Kinder heute wachsen« sind Bestseller und haben die Erziehungsdebatte in Deutschland nachhaltig beeinflusst. Er ist Vater von vier erwachsenen Kindern und einem Enkelkind und lebt in der Nähe von Ravensburg.

Leseprobe

200 Jahre Charles Darwin und 150 Jahre seines Buches "?er die Entstehung der Arten": Das inspiriert nat?rlich auch Autoren. Tats?lich sind bereits zahlreiche Publikationen erschienen und viele weitere werden noch folgen, die Charles Darwin und die Evolution thematisieren. Und so ist es nur nahe liegend, dass sich ein Buch auch der kindlichen Entwicklung und der Erziehung aus evolutionsbiologischer Sicht annimmt. Doch unabh?ig von diesem Jubil? gibt es gewichtige Gr?nde, unser Verst?nis der kindlichen Entwicklung und unseren Umgang mit Kindern im Lichte der Evolution zu ?berdenken. Unsere Kinder betrachten wir als das Resultat einer aufgekl?en Erziehung, wie wir sie in den letzten 200 Jahren seit Jean Jacques Rousseau anstreben. Wir erziehen die Kinder immer noch nach Erziehungsgrunds?en, die ihre Wurzeln in der 2000 Jahre alten christlichen Kultur haben. Die Entwicklung und das Verhalten der Kinder sind aber auch Ausdruck der Lebensumst?e, wie sie in den vergangenen 100.000 Jahren vorgeherrscht haben. Kurz, die Kinder sind dem Steinzeitalter in ihrer Anlage noch nicht entwachsen. Und so kommt es, dass sie nicht so ganz in unsere moderne Zeit passen. Drei Beispiele: Nahrung war in den vergangenen 100.000 Jahren Mangelware. Hunger war eine Erfahrung, die praktisch alle Menschen im Verlaufe ihres Lebens irgendwann machen mussten. Wenn sie Gelegenheit hatten, sich ein Fettpolster anzuessen, haben sie es getan - als Reserve f?r zuk?nftige schlechte Zeiten. Unsere Kinder futtern wie im Schlaraffenland, was ihnen nicht sonderlich gut bekommt. Manche leiden an ?ergewicht und als Erwachsene werden sie davon die vielf?igen negativen Auswirkungen zu sp?ren bekommen. Mit der Unterst?tzung von Pr?ntionsprogrammen bem?hen wir uns seit Kurzem, in Familie und Schule die Kinder zu einer gesunden Kost zu erziehen. Bis in die Neuzeit sind die Kinder mehrheitlich in der Natur aufgewachsen. Ihre Entwicklung ist daher an die Erfahrungen angepasst, die sie auf Wiesen, im Wald und in Savannen machen konnten. Nun werden sie in R?e eingesperrt und sollen gef?igst stundenlang ruhig sitzen. Eltern und Lehrer beklagen sich ?ber eine unertr?iche Hyperaktivit?und wollen die lebhaften Kinder mit Medikamenten ruhigstellen. Die Schrift wurde vor etwa 5000 Jahren erfunden. Wenn man das sehr sp? Auftreten der Schrift in der Menschheitsgeschichte ber?cksichtigt, erstaunt es nicht, dass die Lesekompetenz bei den Kindern unterschiedlich ausgebildet ist. Kinder mit einer Leseschw?e sind in ihrer Schulkarriere behindert. Und so schicken wir sie in eine Legasthenietherapie, wo die Schw?e behoben werden soll. Die Kinder sind nicht genau so, wie wir sie haben m?chten. Es gibt daher dringenden Aufkl?ngsbedarf, den dieses Buch leisten will und auch kann. Ausgangspunkt sind f?r Herbert Renz-Polster die "Warum"-Fragen. Warum schreien junge S?linge? Warum wollen sie nicht alleine schlafen? Warum trotzen sie? Aus seiner evolutionsbiologischen Sicht m?ssen diese Verhaltensweisen in der Vergangenheit sinnvoll gewesen sein und den Kindern einen ?erlebensvorteil gebracht haben. Worin bestand dieser ?erlebensvorteil? Und: Besteht er immer noch? Als N?stes wendet sich Herbert Renz-Polster den Eltern zu. Er spricht ihre Bef?rchtungen und Erwartungen an. Viele Eltern sind zutiefst verunsichert. Warum haben sie solche Angst, ihr Kind durch N? zu verw?hnen und unselbstst?ig zu machen? Weshalb l?st der Trotzanfall eines Kindes bei manchen Eltern geradezu Panikgef?hle aus? Wieso eigentlich sollen Gem?se und Spinat im Besonderen gesund sein? Schlie?ich geht es Herbert Renz-Polster um das Auffinden einer Erziehungshaltung, die den Kindern m?glichst gerecht wird, aber f?r die Eltern auch lebbar ist. Wir k?nnen nicht mehr zur?ck in die Steinzeitkultur der J?r und Sammler. Den Lebens- und Erziehungsstil der letzten Naturv?lker k?nnen und wollen wir uns auch nicht mehr zu eigen machen. Die Kinder sind andererseits nun einmal so, wie sie die Natur in den vergangenen 100.000 Jahren gesc Leseprobe
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